inhalt
presse
gemeinderatsitzungen
mailing
mobilfunk
brauhausfest
oberstreu
shop
gästebuch
impressum

 

gemeinde oberstreu                            von architekturweb

05_10_2001/1 

Welche Rolle spielt die Angst  ?   05.10.2001 17:08

Bad Neustadt "Oh, da gibt es ja noch so viel zu erforschen." Der Zwischenruf einer Zuhörerin brachte die Podiumsdiskussion zum Thema Mobilfunk auf den  Punkt. "Viele Mutmaßungen und Vorurteile, aber kaum wissenschaftlich haltbare Aussagen geben Aufschluss über mögliche Folgen von Mobilfunk", beklagte eine andere Frau.

Mobilfunk-Kritiker machen weiter

 Ute Gräfenschnell, eine der Initiatoren der Bürgerinitiative, ist einerseits enttäuscht von der Veranstaltung, andererseits fühlt sie sich bestätigt. Für sie haben die Aussagen der Vertreter auf dem  Podium "nicht viel Neues erbracht". Die Positionen der Beteiligten seien vor Beginn klar gewesen und hätten sich auch in den Statements widergespiegelt.

 

Gräfenschnell beklagte, die Befürworter des Mobilfunks seien am Podium (siehe Bericht unten) überrepräsentiert gewesen. Umso mehr habe es sie befriedigt, dass sich das Publikum nicht habe beirren lassen. Die Fragen und Reaktionen hätten sie in ihrem weiteren Vorgehen bestätigt. Es sieht ein nächstes Treffen der Bürgerinitiative  am Donnerstag, 11. Oktober, vor, bei dem voraussichtlich entschieden werde, den schon formulierten Antrag auf Verlegung der Antenne an die Stadt auch zu stellen.  Daran änderte auch die Warnung von Bürgermeister Bruno Altrichter, dass eine Verlegung unter Umständen die Situation auf dem Schulberg sogar verschlechtern könnte, nichts.

Ein Aspekt, den auch Realschulrektor Hartmut Schikora erwähnte. Er sehe keinen Grund für einen Schnellschuss. Ihm seien Fakten wichtig und die erwarte er sich von  neuen Messungen. Im Übrigen betonte er, dass die Diskussion über die Sendeanlage vom Lehrerkollegium bereits vor eineinhalb Jahren angeregt worden sei, als es den  Elternbeirat über das Vorhandensein der Antennen informierte. Keinesfalls wolle er sich von der Angst anstecken lassen, die bei diesem Thema offenbar eine große Rolle spiele.

Vor allem der Würzburger Biologe Dr. Rainer Wolf thematisierte die psychologischen Aspekte der Mobilfunk-Debatte. Er vertrat die Ansicht, die Angst vor dem Mobilfunk sei eventuell schädlicher als die Strahlung selbst. Den Vorwurf, "Angst zu schüren" richtete Anton Klein sodann auch gegen den Mobilfunk-Gegner Dr. Lebrecht von Klitzing. Er verdrehe Tatsachen oder lasse wichtige Details, vor allem solche, die gegen seine Behauptungen sprächen, weg. Für ihn sei die Diskussion daher zu oberflächlich. Er  habe Respekt vor den Ängsten der Eltern, doch die rührten auch daher, dass sie zu wenig über die Wirkungsweise der Sendeanlagen wüssten. Auf dem Podium habe ein Techniker gefehlt.

Gerade weil Langzeiteffekte des Mobilfunks wissenschaftlich nicht untermauert seien, erwartet Jörn Bühn eine gewisse Vorsorge der Stadt. In der Diskussion mit Angst zu argumentieren halte er für Hilflosigkeit. "Weil nichts bewiesen ist, kann die Strahlung doch nicht als ungefährlich angesehen werden."

Wolfs Hinweis, dass Schäden möglicherweise andere Ursachen hätten, als die Mobilfunkgegner annehmen, hätten ihr keineswegs die Bedenken genommen. Sie habe weiterhin Angst. Wenn der Bürgermeister es mit der gesundheitlichen Vorsorgepflicht der Stadt ernst meine, müsse die Anlage verschwinden.