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gemeinde oberstreu                            von architekturweb

700 Liter Streuwasser rauschen derzeit gemächlich pro Sekunde an einer Mess-Station bei Unsleben vorbei. Normal, oder "Mittelwasser", wie der Fachmann sagt, wären 3700 Liter. "Aber dramatisch ist das nicht", sagt Frank Pillhofer vom Schweinfurter Wasserwirtschaftsamt. Überhaupt kein Vergleich mit dem Jahr 1976, als es gerade mal zweihundert Liter waren, die schlapp zwischen den Flußkieseln hindurch plätscherten. Damals war das Wasser für die Bevölkerung rationiert, Garten gießen gar per Verordnung verboten.

Davon sind wir, trotz Hitze und Trockenheit, weit entfernt. "Wenn es Probleme gibt, dann tauchen die ohnehin eher im September und Oktober auf", sagt der Fachmann, der unter anderem auch für die Streu zuständig ist. Selbst dann sind Engpässe in der Versorgung zweifelhaft: Im letzten Jahr hat es ordentlich geregnet, so dass der Grundwasser-Spiegel kaum sinken dürfte.

Wenn den Wasserwirtschaftlern derzeit etwas Sorgen macht, dann sind es eher die illegalen Entnahmen aus der Streu. "Beim Abfluss verzeichnen wir morgens und abends deutliche Ungleichmäßigkeiten", sagt Pillhofer. Die täglichen Täler auf den Wasserstands-Kurven lassen sich nur so erklären, dass relativ häufig größere Mengen mit dem Schlauch abgesaugt würden.

 

Die Hitze selbst schadet der Streu kaum. Die Wasserqualität ist durch die Trockenheit sogar besser als üblich. Denn ohne Zuflüsse werden auch keine Verunreinigungen zugeführt, erklärt der Fachmann. Weil an der Streu entlang ein dichtes Netz gut gestaffelter Kläranlagen die Abwässer reinigt, sei die Schadstoff-Belastung ohnehin nur gering.

Nur die Temperatur könnte den Lebewesen in der Streu zu schaffen machen: In Bad Kissingen misst die Saale immerhin schon 25 Grad. Für die Streu gibt es zwar keine aktuell vorliegende Temperatur, aber in Verbindung mit der geringen Wassermenge sinkt der Sauerstoffgehalt. Derzeit droht den Fischen aber noch keine Gefahr, sagt Pillhofer.

Dass vermehrt verendete Aale mit dem Bauch nach oben schwimmen, sei eher auf eine Infektionskrankheit innerhalb dieser Fischart als auf die geringe Sauerstoffkonzentration zurück zu führen, vermutet Pillhofer.