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gemeinde oberstreu                            von architekturweb

Das Alte Testament als Kochbuch
 
 Mittelstreu (MO) Die Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer verband das kirchliche Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel mit ihrem diesjährigen Pfarrfest. Die Feierlichkeiten, die sich durchwegs eines guten Zuspruchs seitens der Gemeindemitglieder erfreuten, begannen mit dem Festhochamt, das als Familiengottesdienst gestaltet wurde.

Im Verlauf diese Gottesdienstes wurden nach altem Brauch auch die Kräuterbuschen gesegnet, die von den Gläubigen selbst mitgebracht oder am Kirchenportal gegen einen kleinen Obulus erworben werden konnten. Die geweihten Kräutersträuße werden an geeigneter Stelle in Haus und Wirtschaftsgebäuden aufgesteckt und sollen vor Krankheit und Unbill schützen.

In seiner Begrüßung forderte Ortspfarrer Pater Hans-Günther Beßler die Gläubigen auf, an diesem Festtag ganz besonders der Gottesmutter zu gedenken. Die vielen Blumen, die ihr zu Ehren die Altäre schmücken, seien Beweis, dass Gott den Menschen Leben schenkt, das niemals endet.

Statt der üblichen Predigt des Seelsorgers stellte Marga Mock, die auch als Wortgottesdienst-Leiterin tätig ist, gemeinsam mit Eltern und Kindern in einem Sprechspiel die verschiedenen Kräuter vor. Beleuchtet wurde nicht nur deren spezielle Heilkraft. Vielmehr wurde mit jeder Pflanze und Blume jeweils auch eine besondere Bitte an Gott, ein Dank oder ein Segenswunsch für Geist und Seele verbunden.

Zum Abschluss vereinten alle Mitwirkenden ihre kleinen Kräutersträuße zu einem großen Kräuterbuschen und schnürten ihn mit einem roten Band zum Zeichen der Gemeinsamkeit zusammen. Recht gemütlich ging es dann beim Frühschoppen im Pfarrhof und im Kolpingsgarten einher. Am Mittag wurde ein schmackhafter Eintopf gereicht, auch die Grillmannschaft hatte tüchtig zu tun. Ausgewogen war auch das Rahmenprogramm.

Im Gemeindehaus fand eine Bibelausstellung besonderes Interesse. Gezeigt wurden verschieden Bibelausgaben, untergliedert für alle Altersgruppen, zum Teil künstlerisch wertvoll illustriert.

Das älteste Exemplar, gedruckt in lateinischer und deutscher Sprache, stammte aus dem Jahre 1726. Irgendwann einmal hatte ein offensichtlich allem Gedruckten abholder Banause in diesem wertvollen Buch seine selbst geerntete Tabakblätter zu trocknen versucht. Trotz der hierdurch hervorgerufenen Schäden und Verfärbungen ist diese alte Bibel ein Kleinod von besonderem Wert.

Zu besichtigen waren auch eine Bibel in hebräischer Sprache und dazu gehörend das hebräische Alphabet, ferner Landkarten vom alten Palästina, Alt-Jerusalem und eine Landkarte zur biblischen Erdkunde mit den Namen biblischer Landschaften und Städte.

Als Überraschung der besonderen Art konnte man von einem echten "Bibelkuchen" kosten. Das Rezept gab es zum Mitnehmen. Der Clou: Alle Zutaten sind nur durch passende Bibelstellen angegeben. Zum Beispiel: 4 1/2 Tassen 1. König 5,2. Vor den Erfolg setzt also der liebe Gott den Schweiß.

Barbara Röhrig hatte für die Kinder in einem separaten Raum des Gemeindehauses eine Bibel-Erzählecke eingerichtet, Marion Link und ihre Helferinnen bastelten Schmuckstücke. Außerdem gab es antiquarische Bücher zu Niedrigpreisen, Pflanzen und Produkte aus dem Eine-Welt-Laden. Am Nachmittag stand eine reich bestückte Kaffeetafel bereit. Zur Unterhaltung spielte die Trachtenkapelle.