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Verräterische Tätowierungen Oberstreu (Geo) Nach Laserkontrolle zunächst geflüchtet - wegen falscher Angaben. Ermittlungsverfahren
gleich gegen drei Fahrzeuginsassen: Eine Geschwindigkeitskontrolle auf der Bundesstraße 19 bei Oberstreu am Dienstag hat gleich drei der vier Fahrzeuginsassen mit dem Gesetz in Konflikt gebracht.
Der Fahrer war mit 47 km/h zu schnell in das Visier einer Laserpistole geraten und nach der Anhaltung zunächst geflüchtet, weil er keinen Führerschein hatte. Wie die Polizeidirektion Schweinfurt in ihrer
Pressemitteilung schreibt, saß kurze Zeit später eine Frau am Steuer des gleichen Pkw, die allerdings unter Drogeneinfluss stand. Ermittelt wird auch gegen einen weiteren Mann, der den führerscheinlosen Fahrer durch
falsche Angaben decken wollte.
Der mit vier Personen aus Suhl besetzte Pkw war gegen 1230 Uhr bei erlaubten 60 km/h mit 107 km/h gemessen worden. Wie immer bei Messungen mit der Laserpistole wurde das Auto
anschließend angehalten. Ein Beamter der Polizeiinspektion Mellrichstadt bat den Fahrer, der mit freiem Oberkörper und sehr auffallenden Tätowierungen am Steuer saß, zur Abwicklung der Formalitäten einige Meter in
die nächste Seitenstraße abzubiegen.
Dort gab der 22-Jährige plötzlich Gas und raste davon. Eine Streifenbesatzung der Mellrichstädter Polizei nahm sofort die Verfolgung auf, verlor das Auto jedoch
kurzzeitig aus den Augen. Allerdings entdeckten die Beamten am Ortsrand von Oberstreu den gesuchten Pkw wieder, der auf einem Feldweg in Richtung Mittelstreu fuhr. Beim Stopp saß diesmal eine 24-jährige Frau am
Steuer, die behauptete, auch für die Geschwindigkeitsüberschreitung verantwortlich zu sein.
Allerdings erkannte einer der Polizisten auf dem Beifahrersitz den Fahrer, mit dem er unmittelbar nach der
Anhaltung gesprochen hatte. Mittlerweile hatte sich der 22-Jährige jedoch ein Hemd übergezogen. Nachdem dieser auf entsprechende Aufforderung hin seinen Oberkörper frei machte, zeigten sich die verräterischen
Tätowierungen.
Bei den getrennt geführten Befragungen der Fahrzeuginsassen blieb nur eine Frau bei der Wahrheit. Ein 38-jähriger Mitfahrer wollte den führerscheinlosen Fahrer decken und behauptete
wahrheitswidrig, dass tatsächlich die Frau während der ganzen Zeit am Steuer gesessen sei. Gegen ihn wird jetzt wegen versuchter Strafvereitelung ermittelt.
Bei der Überprüfung der Fahrtüchtigkeit stellte
sich nach Polizeiangaben heraus, dass die 24-jährige Fahrzeughalterin, die nach dem Fahrzeugwechsel am Steuer saß, offensichtlich unter Drogeneinfluss stand. Nachdem ein entsprechender Test positiv verlaufen war,
wurde bei ihr eine Blutentnahme im Krankenhaus Mellrichstadt durchgeführt.
Gegen die Frau wird Anzeige wegen Gestattens des Fahrens ohne Fahrerlaubnis und wegen Fahrens unter Drogeneinfluss erstattet. Gegen
den Raser, der nach anfänglichen Leugnen schließlich doch zugab, der verantwortliche Fahrer bei der Messung gewesen zu sein, wird jetzt wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und wegen der nicht unerheblichen
Geschwindigkeitsüberschreitung ermittelt.
Der 22-Jährige besaß nach den vorliegenden Erkenntnissen der Polizei noch nie einen Führerschein. Gegen ihn wurde bereits mehrfach wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis
Anzeige erstattet.
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