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Die Streu fließt im neuen Bett Mächtig voran gingen in den vergangenen Wochen die umfangreichen Erdbewegungsarbeiten im Zusammenhang mit der
Verlegung des Flussbettes der Streu und der Schaffung von Retensionsflächen südlich der Ortschaft Mittelstreu. Da das Wetter bis dato mitgespielt hat, musste noch keine Pause bei den Arbeiten eingelegt werden.
Die schweren Lastwagen waren täglich im Einsatz, um das ausgebaggerte und ausgeschobene Erdreich auf Felder beziehungsweise zu einer Zwischendeponie im alten Steinbruch zu transportieren. Bei anhaltendem Regenwetter
wäre der Abtransport des Erdreiches wegen der unausbleiblichen Verschmutzung der Straßen wohl in der Form nicht möglich gewesen.
Die Arbeiten sind zwar noch nicht abgeschlossen, aber die Hauptmaß-nahmen sind
erledigt. Immerhin waren rund 20 000 Kubikmeter Boden zu bewegen. Durch die Erdbewegungsmaßnahmen entstanden ausgedehnte Retensionsflächen, die bei Hochwasser einen erheblichen Stauraum bilden und eine deutliche
Verbesserung des Hochwasserschutzes darstellen. Die Baumaßnahme erfolgte unter der Federführung des Wasserwirtschaftsamtes Schweinfurt.
Die Streu wurde, beginnend etwa vom "Kleinen Wehrlein"
flussabwärts bis kurz vor der Straßenbrücke der B 19, die dort die Streu überquert, auf einer Länge von rund 330 Metern weiter nach Osten verlegt. Von der Verlegung betroffen wurde also genau der Teilbereich, in dem
die Streu bisher unmittelbar am Bahnkörper entlang verlief.
Das neue Flussbett wurde nicht in schnurgerader Führung angelegt, sondern in Windungen. Große Steinquader, die in unregelmäßigen Abständen im
Flussbett und zum Teil in die Bereiche am Ufer eingearbeitet wurden und noch werden, stellen einem natürlichen Flusslauf nachgebildete Barrieren dar, durch die der Sauerstoffgehalt des Wassers erhöht wird. Durch
weitere Erd-Baumaßnahmen wird außerdem sicher gestellt, dass für einen ungehinderten raschen Durchfluss der Streu unter die Brücke der B 19 die gesamte Brückenbreite zur Verfügung steht. Auch diese Maßnahme dient
der Verbesserung des Hochwasserschutzes.
Im nächsten Jahr wird die gesamte Retensionsfläche angesät und die Flussufer werden bepflanzt. Der still gelegte Teil der Streu wird zum größten Teil aufgefüllt. Dort
soll später die kommunale Entlastungsstraße als Ortsumgehung verlaufen. Eine Verbindung zwischen dem bisherigen und dem neuen Flussbett besteht nur noch dort, wo nach dem Ende der Verlegungsstrecke der neue
Flusslauf wieder in das natürliche Flussbett der Streu mündet.
Da in dem still gelegten Teil der Streu so gut wie kein Frischwasser mehr fließt, wurde dieser Bereich abgefischt. Selbiges erfolgte vergangenen
Mittwoch in Anwesenheit der örtlichen Angelsportfreunde und je eines Vertreters des Wasserwirtschaftsamtes Schweinfurt und der Flussmeisterstelle Salz fachmännisch durch einen Forellenzuchtbetrieb aus Wüstensachsen.
Ins Netz gingen Aale, Äschen und natürlich Forellen. Auch die in diesem Jahr eingesetzten Jungfische wurden sicher ins neu angelegte Zuhause befördert.
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