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gemeinde oberstreu                            von architekturweb

Süffiger Gerstensaft in Maßen
 
Bierbrauen ist bekanntlich eine Kunst, die auch in Bayern nur die wenigsten beherrschen. Doch die Oberstreuer haben hierbei in diesem Jahr wieder ein glückliches Händchen bewiesen. Zum traditionellen Brauhausfest des Musikvereins setzten sie einen Sud von knapp 20 Hektolitern an, um die durstigen Kehlen ihrer Gäste mit einem besonderen Gerstensaft zu verwöhnen. 
 
Seit Mitte des 18. Jahrhunderts gibt es das Brauhaus in Oberstreu, erklärt der Vorsitzende des Musikvereins, Lothar Werner. Bis heute wurden Gebäude und Einrichtung durchlaufend in Schuss gehalten und schrittweise renoviert. Mittlerweile verfügt es sogar über einen eigenen Kühlraum. Viermal im Jahr wird neben dem kommerziellen Brauen für das Fest auch privat Bier hergestellt. Für den Eigengebrauch der örtlichen Braurechtinhaber werden dabei stets gut 30 Hektoliter angesetzt.

Mit seinem Fachwissen und natürlich dem bestens gehüteten Geheimnis der genauen Rezeptur des original Oberstreuer Brauhausbieres stand Bierbrauer Christian Schmitt den Musikern zur Seite.

Im Brauhaus machte man sich vor gut sechs Wochen an die Arbeit und setzte den Sud an. Nach dem Würzen, Kochen und der Abkühlung im Kühlschiff wurde das fertige Bier gut zwei Wochen lang im Kühlraum gelagert, bis der Gärungsprozess abgeschlossen war. Anschließend brachten es die Musiker in die Ostheimer Streck-Brauerei, wo es die restliche Zeit bis zum Brauhausfest ruhte und zwei Tage vor dem Verzehr in Fässer abgefüllt wurde.

Am vergangenen Samstag, dem zweiten Tag des Brauhausfestes, war es dann endlich so weit: Das diesjährige Brauhausbier wurde zum ersten Mal ausgeschenkt. Viele, überwiegend einheimische, Bierfans nutzten daher die Gelegenheit, um nachmittags das ein oder andere Maß des süffigen Dunkels gleich vor Ort und Stelle zu genießen.

Im urig- gemütlichen Heizraum, von dem aus der Sudkessel befeuert wird, wurden die ersten Liter bei ausgelassener Stimmung verköstigt. Zu dem begehrten Gerstensaft reichte man kalte Snacks.

Nach dem Umtrunk im Brauhaus ging es abends zum offiziellen Bieranstich ins Festzelt am Sportplatz. Zur Musik der "Hambacher" floss dann das Bier fröhlich in die Kehlen der zahlreichen Festgäste.